3 FRAGEN ZUM THEMA EMANZIPATION AN ANASTASIA UMRIK

Wann hast Du Dich das letzte mal aus einer (emotionalen) Abhängigkeit befreit und warum?

Es war Silvester 2013 / 2014. Ich studierte damals Soziale Arbeit, parallel gründete ich den Verein anderStark, mit dem ich Fashionshows mit behinderten und nichtbehinderten Models organisiere. Ich wollte schon immer ein kleines Bisschen die Welt verändern: Zeigen, dass Frauen mit einer sichtbaren Behinderung ganz „normal“ sind. Nun ja, das Studium war irgendwann ein Stressfaktor und ich merkte, dass ich nur in der Hochschule war, weil andere es von mir erwarteten. Ich beschloss meinen eigenen Weg zu gehen. Das fühlt sich immer noch gut an!

Wie sieht für Dich eine emanzipierte Gesellschaft aus?

Für die gleiche Bedeutung gibt es verschiedene Begriffe: Inklusion, Emanzipation, Freiheit… Für mich ist die Gesellschaft emanzipiert, wenn alle sein dürfen, wie sie sind. Warum gibt es eigentlich keine Schaufensterpuppen mit einer sichtbaren Behinderung?

Welcher Mensch hat es Deiner Meinung nach geschafft, ein emanzipiertes Leben zu führen?

Wenn überhaupt… Audrey Hepburn und viele andere tolle Frauen. Grundsätzlich bezweifle ich, dass ein Mensch – ohne zu kämpfen – emanzipiert leben kann. Emanzipation ist ein Geschenk, das wir uns selbst nehmen sollten.

 

 

[infobox bg=“redlight“ color=“black“ opacity=“on“ subtitle=“www.anastasia-umrik.de“]Anastasia Umrik[/infobox]

 

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Anastasia ist 27, lebt in Hamburg und träumt von der Ferne. Eigentlich sieht sie sich selbst ungern als eine Träumerin, sondern eher als die Macherin diverser Projekte und reist deshalb viel. In ihren Gedanken gibt es nur wenig Grenzen.

Aufgewachsen ist sie in einem kleinen Dorf in Kasachstan, bis ihre Eltern 1994 nach Deutschland umsiedelten. Sie machte in Deutschland ihr Abitur und danach eine Ausbildung zur Groß- und Außenhandelskauffrau beim bekannten Versandhaus OTTO.

Das Studium der Sozialen Arbeit brach sie nach knapp drei Semestern ab, weil sie lieber ihrer Leidenschaft des Schreibens über Menschen und Mode nachgehen wollte.

Anastasia – vom Rollstuhl aus denkend, lachend und philosophierend – findet ihr Leben übrigens völlig „normal“. Schließlich tut sie all die Dinge, die andere Frauen in ihrem Alter auch machen. Und ein bisschen mehr.

2011 gründet sie „anderStark – bewegend anders“, das zunächst ein reines Fotoprojekt war, bei dem Frauen mit einer Muskelerkrankung außergewöhnlich in Szene gesetzt wurden.

Das Projekt sollte Blickwinkel verändern, neue Welten aufzeigen und offen mit Vorurteilen umgehen.

Geplant ist, dass anderStark größer, bekannter und internationaler wird. Mit Ausstellungen und Modeschauen, bei denen behinderte und nicht-behinderte Models gemeinsam die neusten Kreationen von Jungdesignern präsentieren.

Die neue Kampagne, an der Anastasia parallel arbeitet, heißt „inkluWAS – design, das denken verändert“. Zusammen mit der Hamburger Modedesignerin Kathrin Neumann ist ein T-Shirtdesign entstanden, das die Bedeutung und Wirkung von „Inklusion“ auf spielerische Weise erklärt.

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