3 FRAGEN ZUM THEMA EMANZIPATION AN JESSICA SCHMIDT

Wann hast Du Dich das letzte mal aus einer (emotionalen) Abhängigkeit befreit und warum?

Ich persönlich finde, wir leben in einer Welt voll Abhängigkeiten – ob diese nun emotional, körperlich, existenziell oder welcher Art auch immer sind. In irgendeinem Abhängigkeitsverhältnis stehen wir immer und teilweise haben wir diese auch frei gewählt. Das wird im Prinzip auch erst schlimm, wenn unsere ‚Abhängigkeit‘ uns in eine Richtung zwingt, in die wir selbst nicht möchten.
Aus diesem Grund überprüfe ich von Zeit zu Zeit die Abhängigkeitsverhältnisse in denen ich stehe, um alles so gut wie möglich in Balance zu halten.
Ich lege wert auf unterschiedliche Einnahmequelle um nicht finanziell/existenziell abhängig zu sein.
Für mich ist diese Unabhängigkeit total wichtig, denn wenn ich meine Meinung äußern möchte, dann will ich die Freiheit haben dies zu tun ganz ohne dabei Angst haben zu müssen als Konsequenz nicht meine Miete zahlen zu können. Außerdem löse mich immer wieder mal aus Gruppen und gehe zu Menschen auf Distanz um einen objektiveren Blick auf die Beziehung zu bekommen.
Klingt sicher weird, aber es gibt mir die Freiheit mir und anderen gegenüber ehrlich bleiben zu können.
Momentan rauche und trinke ich nicht und von Facebook habe ich mich kürzlich auch abgemeldet.
Ich bin sehr Sucht-affin, doch wenn der Punkt kommt, an dem ich mir selbst nicht sicher bin, ob ich auch ohne könnte, dann lasse ich’s aus Prinzip – so um mir selbst einen zu beweisen.

Wie sieht für Dich eine emanzipierte Gesellschaft aus?

Emanzipation ist ja grundsätzlich kein Frauending, denn vom Geschlecht abgesehen finden Menschen heutzutage noch immer die abstrusesten Rechtfertigungen andere zu diskriminieren oder zu unterdrücken.
Nach meiner Definition ist eine Gesellschaft dann emanzipiert, wenn ihre Mitglieder gleichberechtigt und auf Augenhöhe kommunizieren.
Integration statt Diskriminierung und das wertfreie Annehmen eines jeden genau so wie er ist, wären für mich ebenso Merkmale einer emanzipierten Gesellschaft, wie verantwortungsbewusstes Handeln und das Streben nach Nachhaltigkeit anstatt nach Macht.
Der menschliche Geist wäre bei allen so weit entwickelt, dass wir die Evolutionsstufe des Ego-Fuckers hinter uns gelassen hätten. Abhängigkeitsverhältnisse wären dann kein Problem, da niemand diese zum eigenen Vorteil ausnutzen würde.

Welcher Mensch hat es Deiner Meinung nach geschafft, ein emanzipiertes Leben zu führen?

Das ist eine schwierige Frage, weil wir meiner Meinung nach bislang nicht in einer Gesellschaft leben, in der wirkliche Emanzipation möglich ist. Wie in den vorangegangenen Fragen bereits erklärt glaube ich, dass wir alles von irgendwem abhängen – was auch okay ist.
Doch eine Person, die meiner Meinung nach einen wichtigen Beitrag zur Emanzipation der Frau geleistet hat, ist für mich Beate Uhse. Most underestimated, die Gute!
Vor lauter Erotikshops und Bumsbuden vergisst man ja gerne, was für eine starke Persönlichkeit sie war und was sie für einen beeindruckenden Lebenslauf sie hatte. Ich finde das echt schade, denn ihre Geschichte ist sehr inspirierend und wir Frauen haben ihr tatsächlich viel zu verdanken!

 

[infobox bg=“redlight“ color=“black“ opacity=“on“ subtitle=“www.umweltverschmidtzung.net“]Jessica Schmidt[/infobox]

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