DER SUPERLATIVE BÜCHERWURM UND SOKRATES

Wer mich besser kennt weiß, ich lese unglaublich viel. Serien, Filme, Kino, all das interessiert mich irgendwie nicht die Bohne. By the way: GEZ, geh da wo Du herkommst, alle hassen Dich!

An meinem Bett liegen viele lustige bunte Zettelchen und wenn mich ein Satz besonders beeindruckt, markiere ich ihn und schreibe ihn in mein Notizbuch für literarische Perlen und eindrucksvolle Ideen.
Das ist ein sehr befriedigendes Hobby, denn immer wenn ich mal nichts mit mir anzufangen weiß, oder ich ein wenig nachdenklich bin, blätter ich durch die Seiten und freue mich, das es, neben dem ganzen Haufen, der hier auf dieser Erde kreucht und fleucht, auch Menschen gab und gibt, die sich um ein wenig mehr Gedanken machen, als ihr Ego zu polieren.

Sokrates - one of the best yet

Sokrates – one of the best yet

Der folgende Satz stammt von Karl Jaspers, der einen Wälzer über die großen Philosophen geschrieben hat – von Buddha, über Platon und Kant, und wie sie alle heißen.
Im speziellen beschreibt dieser Satz Aspekte der Gedankenwelt von Sokrates.
Der alte griechische Haudegen gilt vielen als der Begründer der Philosophie, aber auch als Wegbereiter der Psychologie, denn Sokrates lehrte nicht, er versuchte viel mehr im Gespräch, seinen Gegenüber erkennen zu lassen, das er nichts weiß, außer der Erkenntnis, die er in sich selbst findet.
Der Satz, der es für mich wert war aufgeschrieben zu werden, war folgender:

„Es ist ein Denken, das dem Menschen nicht gestattet, sich zu verschließen.
Es duldet nicht das Ausweichen dessen, der sich nicht zu Nahe treten lassen will, macht unruhig den blinden Glückswillen, die Zufriedenheit im Triebhaften und die Enge in den Daseinsinteressen.
Dieses Denken schließt auf und fordert die Gefahr in der Offenheit.“

Ich habe lange überlegt, was ich zu diesem Satz schreiben soll.
Mir fällt dazu vieles ein, aber in allererster Linie die schreckliche Bornhiertheit vieler, vermeintlich Intellektueller und Kreativen.
Das was wir Underground nennen finde ich extrem großartig, ich stehe darauf, das es wirkliche(!) Künstler, Revolutionäre und Freidenker gibt, die mit ihrem Schaffen Neues fordern.
Klar lebe ich in meinem ganz eigenen Universum, deswegen kann ich aber andere Universen neben mir akzeptieren, auch wenn ich sie nicht gut finde. Wenn jemand sagt, ich bin geiler als die ganzen anderen Idioten die David Guetta hören, dann ist dieser Underground für mich auch nichts anderes als das Musikantenstadel, die Deko ist nur anders.

Diese Abgrenzung die da stattfindet, indem man sagt, „ey, wir sind cooler als die anderen“, ist das nicht der Anfang vom Ende?
„Ich bin besser als der da“, ist das nicht der Funke, der alle extremen Ideologien vereint?
Das ist so unglaublich traurig zu beobachten und es zeugt von Unsicherheiten.

Die Angst vor der Endgültigkeit, bzw. dem Tod treibt uns Menschen paradoxerweise dazu an, Endgültigkeiten zu schaffen, denn sie bringen vermeintliche Sicherheit, aber dem ist nicht so.
So schwer es fällt – und es ist ein Struggle, der uns täglich von neuem fordert – niemand kann uns finale Antworten auf die großen Fragen des Lebens geben, da helfen keine Dogmen, Religionen oder sonstige Systeme, die uns im Endeffekt nur wieder abhängig machen.

Die Menschen rufen blind irgendwelche Parolen, um sich zugehörig zu fühlen und entfernen sich so nur immer weiter von ihrer eigenen, ganz persönlichen Emanzipation und Menschwerdung.
Ich habe das Gefühl, ich habe das alles so oder so ähnlich schon tausend Mal gesagt und, ich bin es nicht leid, aber ich denke, es ist müßig sich darüber aufzuregen.
Es raubt mir zu viel Energie und obwohl ich es liebe mich über Dinge aufzuregen (fuck I love bitchin´ around you lame ass fatherfuckers), möchte ich versuchen etwas zu schreiben, das vielleicht dem ein oder anderen hilft, die eigenen Unsicherheiten zu erkennen und eine Art positive Selbstermächtigung zu wagen.

Für mich geht es in erster Linie darum, zu mir selbst zu stehen und mit mir als Person glücklich zu werden.
Dann brauche ich keine Feindbilder, dann brauche ich das alles nicht um mein eigenes Selbst zu rechtfertigen.
Das alles erfordert Mut, denn es ist oft eine sehr einsame Angelegenheit.

Dazu kam mir gerade eine Aussage von Hannah Arendt in den Sinn, die da lautet;
„Ich glaube wirklich, das sie nur „im Konzert“, in Gemeinschaft mit anderen handeln können, und ich glaube wirklich, daß sie nur mit sich selbst alleine denken können.“

Mit sich selbst im reinen sein, dann klappt es auch besser mit den anderen...

Mit sich selbst im reinen sein, dann klappt es auch besser mit den anderen…

Das bedeutet für mich ganz konkret an einem ganz simplen Beispiel:
Wenn ich alleine zu Hause tanze und ich mich wirklich selber spüre und ganz doll glücklich bin, dann ist das das „richtige“ Gefühl, das ich in die Welt hinaustragen möchte.
Wenn ich mich so fühle, dann brauche ich keine Angst mehr haben, dann erkenne ich meine Unsicherheiten zwar, aber sie beherrschen mich nicht mehr.
Wenn ich mich so fühle, dann macht mich das glücklich, denn ich merke wieder, zu welcher Freude der Mensch fähig ist.
Das bedeutet für mich Mut. Mut zur Offenheit. Mut sich selbst in Frage zu stellen und dies dann in die Welt hinauszutragen und das ist etwas wunderschönes.
Deshalb, tanzt meine lieben Spuddelkinder, denn es bringt Euch näher zu Euch selbst und macht Euch offen für andere.

Janny Schulte

Even though my mom raised me right that rap shit saved my life and sometimes I may look kinda funny but ain´t no fool cause whatever I want to do I make it clever. Still life as a shorty shouldn´t be so rough but I´m leaving the past cause I learned I´m the only motherfucker that can change my life.

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