ABSOLUTER GEHORSAM? NEIN, DANKE!

Eins ist klar, sollte ich jemals Kinder haben, werde ich, spätestens ab dem ersten Schultag, morgens immer den Song „School“ von Supertramp laufen lassen während ich ihre Schulbrote schmiere und sie – hoffentlich vergnügt – am Frühstückstisch sitzen.
Das nennt man dann wohl musikalische Früherziehung, mit der Absicht sie nicht alles glauben zu lassen, was ihnen vermeintliche Autoritäten erzählen.
Regeln sind gut und wichtig, und ich werde mein Möglichstes tun ihnen einen festen Rahmen zu bieten, um in dieser Welt zurecht zu kommen, aber blinder Gehorsam gehört für mich nicht dazu.
Es hat mich früher schon immer wahnsinnig gemacht und tut es auch heute noch, wenn ich Menschen sehe die vor anderen kuschen.
Da kommt irgend ein „Herrmann Fleischwurst“ daher und hat von tuten und blasen keine Ahnung, aber da er ja ein „Vorgesetzter“ ist, wird alles brav gemacht was der große Meister befiehlt, und mag es auch noch so dämlich sein.
Das bescheuertste an der ganzen Sache ist ja auch noch, das die die meisten Menschen checken das das alles gerade alles überhaupt keinen Sinn macht, aber anstatt das mal anzusprechen, in den Dialog zu gehen und sich für sich selbst gerade zu machen, wird hinter vorgehaltener Hand gelästert und abgehatet, aber am Ende tut „Max Mustermann“ dann doch was man von ihm verlangt.
Klar, es gibt auch Situationen in denen man einfach tun muss, was einem gesagt wird, aber meist ist es eine Farce, und eine unglaublich armselige noch dazu.

 


School – Supertramp – MyVideo

 

Gut, wer jetzt nicht das Glück hatte, in einem Elternhaus aufzuwachsen in dem Fragen gestellt und Dinge kritisch hinterfragt wurden, tut sich mit Ungehorsam recht schwer.
Wir haben es mit einem über Jahrhunderte perfektionierten System zu tun, das auf Profit ausgerichtet ist und in dem der einzelne nur so lange zählt, wie er in die Hände spuckt und das Bruttosozialprodukt steigert, ergo folgsam ist.
Von klein auf werden die Menschen dazu erzogen eher Maschinen zu gleichen, anstatt Individuen zu werden, und weicht man von der Norm ab, stößt man auf Unverständnis. Man muss schon ein ganz schön dickes Fell haben, sowie eine recht gefestigte Psyche, um sich dem Paria-Status auszusetzen, denn wer will nicht dazu gehören?

Dies hier ist kein „alles-ist-Scheiße-gegen-das-System“ Aufruf und nein, die Illuminati sind auch nicht Schuld, es geht, im Gegenteil, um es mal mit Pink Floyd auszudrücken, eher um; „us and them, and after all we´re all just ordinary men“.
In letzter Zeit beschäftigt mich ein Gedanke immer und immer wieder, und zwar der, das der Mensch zu soviel Freude, Liebe und Lachen fähig ist und trotzdem hetzt die Masse gestresst und aggressiv an mir vorüber.
An Tagen, an denen ich vollkommen in meiner Mitte ruhe und bewusst jeden Augenblick lebe, wahrnehme und meinem Gegenüber achtsam und freundlich begegne, vervielfacht sich meine positive Lebensqualität deutlich und ich habe ganz wunderbare Begegnungen mit Menschen, die ich vorher nicht für möglich gehalten hätte.
Wenn ich beispielsweise in der, aufgrund von Stromausfällen verspäteten, S-Bahn sitze und der ältere Herr neben mir das Mädchen gegenüber anranzt, das sie „die Fresse halten soll“, damit er die zum tausendsten Mal wiederholte Durchsage hören kann, dann mische ich mich ein und frage ihn was das soll.
In dem speziellen Fall hat der Typ sich tatsächlich entschuldigt und meint, das er einfach gerade sehr gestresst sei. Fair enough bis ziemlich ungewöhnlich, in diesem Moment einen Fehler einzugestehen, aber siehe an, wir waren danach plötzlich alle für die nächsten zehn Minuten beste Freunde, oder genauer ausgedrückt, wir haben unser Menschsein erlebt, das uns vereint, ob wir es wollen oder nicht, und das war vollkommen okay, weil, menschlich.
Meistens ist dem ja leider nicht so, aber dann denke ich an den Satz von Plato, der da lautet:
„Sei gütig zu allen Menschen, denn jeder, dem Du begegnest, kämpft einen schweren Kampf.“

 

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Es mag naiv sein, aber ich weigere mich zu glauben, das wir nicht in der Lage sein sollten diese Welt angenehmer für uns alle zu gestalten. Meiner Meinung nach ist jeder verantwortlich, und jeder trägt seinen Teil dazu bei, dem Leben eine positive, oder negative Ausrichtung zu geben.
Blinder Gehorsam und „Autoritätenlobhudelei“ zählen für mich definitiv zu einem der Gründe, warum es zwischenmenschlich so aussieht, wie es eben nun mal aussieht.
Diese verkackte – meiner Meinung nach typische deutsche – Doppelmoral, hindert uns daran zu reifen, zu wachsen und unsere ganz eigene und individuelle Menschwerdung in Angriff zu nehmen.
Gut, die Menschen die nur daran interessiert sind, das neueste Handy haben oder sich über sonstige Statussymbole definieren, die werden einen mit großen Augen angucken und sich fragen, was soll das alles, „ist doch alles super hier“.
Nun, ich fühle mich nicht berechtigt über den Seins-Zustand anderer Menschen zu urteilen, aber wirklich glücklich wirken die meisten Menschen auf mich nicht.
Es ist auch nicht wirklich ihre Schuld.
Menschen ob ihrer Unwissenheit oder Andersartigkeit zu verurteilen ist ja auch so ein Phänomen, bei dem sich mir die Nackenhaare aufstellen. Und jetzt fasst Euch mal an die eigene Nase, denn ich glaube keiner, auch ich nicht, ist davor gefeit zu denken, ach die da, das sind doch alles nur Deppen, was die für eine Scheiße auf facebook posten.
Ha, erwischt nä?!
Das Gefühl ist nur all zu menschlich und anstatt es zu verurteilen, sollte man anfangen, sich darüber bewusst zu werden und reflektierter damit umgehen.
Jeder Mensch strebt nach Sicherheit und sehnt sich nach Menschen, denen er bedingungslos vertrauen kann. Deswegen sind die Mechanismen eine Masse zu leiten und zu beeinflussen auch so perfide.
Betrachtet man den Lauf der Menschheitsgeschichte fragt man sich, wie es dazu kommen konnte, dass ganze Völker einer Doktrin gefolgt sind, die uns aus unserer heutigen Sicht vollkommen undenkbar erscheint.
Man denke nur an den rumkrakeelenden, perversen Faschisten Hitler.
Jeder, bis auf die Idioten die gar nichts mehr mitkriegen, lehnen seine Ideologien komplett ab, nichts desto trotz wurden bis zu, sagen wir dem Geburtstag Deiner Mutter, wenn Du auch ein Kind der 80er bist, mal eben über 6 Millionen!!! Menschen umgebracht – vielleicht sogar Deine eigenen Großeltern und Verwandten.
Alle tun so, als sei so etwas heute nicht mehr möglich, dabei passiert es auf die ein oder andere Art direkt vor unseren Augen, dazu muss man ja nur mal den Fernseher einschalten.

 

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Ja und nu, was soll ich da gegen machen denkt sich der ein oder andere jetzt vielleicht.

Es geht auch gar nicht darum jetzt nach Indien zu ziehen und Leprakranken zu helfen, obwohl, dem ein oder anderen würde das vielleicht mal die Augen öffnen, wie unsere Welt außerhalb einer Wohlstandsgesellschft beschaffen ist, und Realität für den Großteil der auf diesem Planeten lebenden Menschen ist, aber nein, das verlangt auch keiner.
Was aber glaube ich nicht zu viel verlangt ist, ist jeden Tag und jeden Augenblick dazu beizutragen, diese, unsere Welt friedlicher und liebevoller zu gestalten.
Wir haben es bis hierher geschafft, mit all der Arbeit, all den technischen Errungenschaften, jetzt wird es langsam mal Zeit inne zuhalten und zu gucken, was uns wirklich glücklich macht und dazu gehört bestimmt nicht, blind alles auszuführen, was uns „befohlen“ wird.
Seid frei, denkt für Euch selbst und behandelt jeden so, wie ihr selbst gerne behandelt werden möchtet.

So, das war jetzt genug spirituelles Gebrabbel, ich geh Basketball spielen und danach Blumen kaufen.

Löve, Janny

Janny Schulte

Even though my mom raised me right that rap shit saved my life and sometimes I may look kinda funny but ain´t no fool cause whatever I want to do I make it clever. Still life as a shorty shouldn´t be so rough but I´m leaving the past cause I learned I´m the only motherfucker that can change my life.

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