Was mir Erich Fromm und ein Realschullehrer über die Liebe beibrachten

Wie man sich wahrscheinlich vorstellen kann, war Schule nicht so mein Ding.
Ich fand alles furchtbar öde, war einer der Kids, die ständig alles in Frage gestellt haben und es kam des öfteren vor, das ich mir, um meinem Unmut Raum zu verschaffen, die Finger in die Ohren gesteckt habe und lauthals anfing zu singen„I don´t care what my teacher says, cause I´m gonna be a supermodel and I don´t care about anything“.

Das endete dann regelmäßig in der „Konsequenz“, das die überforderte Lehrkraft mich vor die Tür schickte, wobei ich natürlich die Klinke runter gedrückt halten musste, damit ich nicht durch die Gegend streunerte und weiter Blödsinn machte. Gott war das alles erbärmlich.

Noch heute dreht es sich mir die Fußnägel hoch wenn ich daran denke wie unfähig Pädagogen sein können, und ich bin mehr als froh, das ich ihnen nicht mehr ausgeliefert bin.

Die Lehrer die ich mochte, waren komischerweise immer diejenigen, die alle anderen schrecklich fanden.
Als ich noch auf dem Gymnasium war hatten wir einen Lateinlehrer vor dem alle gezittert haben, und obwohl meine Noten rasant schnell von einer 1 auf eine 6 rutschten, weil ich einfach den Kopf voll mit anderen Sachen hatte, haben wir uns immer sehr gut verstanden.

Einer, der mich wirklich nachhaltig beeindruckt hat war mein Geschichtslehrer in der Realschule.
Fragt mich bitte nicht mehr wie er hieß, irgendwas mit Blabla-Mayer oder wie die da unten in Bayern alle heißen – Greizugruzefix!
Ich glaube besagter Herr war eher ein Intellektueller als ein Pädagoge, war aber voll bei der Sache was seinen Unterricht anging. Er forderte die Schüler zum Diskurs auf und war bereit seine eigene Unwissenheit zuzugeben.Wurde er beispielsweise etwas gefragt und wusste die Antwort nicht, war er nicht wie alle anderen stinkbeleidigt wie man es wagen kann seine Autorität in Frage zu stellen, sondern gab ehrlich und offen zu, das er keinen blassen Schimmer hatte, aber gerne nachforschen werde und die Antwort, wenn er dann eine fände, in der nächsten Stunde zu verkünden.

Dieser Lehrer war es dann auch der mir das folgende, wirklich einmalige Erlebnis bescherte:
Am Ende des Jahres, als es darum ging die Mitarbeitsnoten zu verkünden, wurde uns mitgeteilt, das er, abgesehen davon, das er sich sowieso nicht alle Namen von allen Schülern merken könne, dieses System dazu auch noch schwachsinnig fände, da es genügend schüchterne Schüler gebe, die, obwohl sie die Antwort kennen, einfach nicht den Mumm haben sich zu Wort zu melden und das sei ja nun kein Verbrechen, das mit schlechten Noten bestraft werden sollte.
Wenn nun alle damit einverstanden seien, würde er einfach jedem eine 3 in Mitarbeit geben, das würde auch allen, die auf einer ,5 stehen, die Note nach oben verbessern.
Gesagt getan, alle ganz happy und er dann so: Na gut, alle bekommen also ihre 3, bis auf Janny, die kriegt eine 1, denn das ist der einzige Mensch hier in diesem Raum der eigenständig denken kann.
Bääääämmmm!!!
Alter, ich bin fast vom Stuhl gefallen damals und ich freue mich noch heute, wenn ich die Geschichte erzähle.

Guter Typ auf jeden Fall, und dieser Mensch war es dann auch etwas gesagt hat, das ich bis heute nicht vergessen habe und was mir aktueller denn je erscheint.
Seiner Meinung nach läuft in den meisten Familien so einiges schief, da die Reihenfolge der jeweiligen Aufmerksamkeiten falsch verteilt sind.
Bei den meisten Lebensgemeinschaften kommt zuerst das Kind, dann der Partner und am Ende erst man selbst, dabei sollte es genau anders herum laufen: erst ich, dann mein Partner und dann das Kind.

Inmature love says: "I love you because I need you." Mature love says: " I need you because I love you."  Erich Fromm

Inmature love says: “I love you because I need you.” Mature love says: ” I need you because I love you.” Erich Fromm

Jetzt als allererstes mal einen klitzekleinen Ausflug in die Psychologie, denn es gibt einen massiven Unterschied zwischen Selbstsucht und Selbstliebe, der uns allen bewusst sein sollte, bevor wir hier weiter diskutieren.
Wenn ich mich selbst an erste Stelle setze, heißt das noch lange nicht, das ich mein Ego damit abfüttere. Mich an erste Stelle zu setzen bedeutet, von mir auszugehen und dann liegen auch die meisten Verantwortlichkeiten bei mir. Jemand anderen dann für mein Schicksal verantwortlich zu machen, funktioniert dann nur noch bedingt.

Erich Fromm hat es in „Die Kunst des Liebens“ eindrücklich und sehr klar formuliert: „Der Selbstsüchtige liebt sich selbst nicht zu sehr, sondern zu wenig; tatsächlich hasst er sich. (…) Die Selbstsucht ist leichter zu verstehen, wenn man sie mit dem besitzergreifenden Interesse an anderen vergleicht, wie wir es zum Beispiel bei einer übertrieben besorgten Mutter finden. (…)Sie ist übertrieben besorgt, nicht weil sie ihr Kind zu sehr liebt, sondern weil sie irgendwie kompensieren muss, dass sie überhaupt unfähig ist zu lieben.“

Ich habe keine Kinder und ich werde einen Teufel tun, mich da zu weit aus dem Fenster zu lehnen und irgendwelche Weisheiten raus posaunen, da ich keinen blassen Schimmer davon habe, wie es sich anfühlt, ABER wenn ich schon alleine manche Pärchen beobachte wird mir ganz anders, und ich denke nur, um Gottes willen bekommt bloß nie Kinder, und wenn dann, könnt ihr jetzt schon anfangen für eine Langzeittherapie zu sparen, die das Blag später bestimmt nötig hat.
Ach Gott, wie glücklich sie alle sind – auf Facebook, Instagram und Co -und alles ist soooo toll #loveofmylife #forever # bestboyfriendalways

E!K!E!L!H!A!F!T!

Ach Gott ich hab gar nichts gegen verliebte Pärchen, ich finde es wunderbar wenn sich zwei Menschen ganz doll lieb haben und das auch zeigen, und ich kenne so 3-4 Pärchen, denen nehme ich das auch wirklich ab, aber der Großteil: ja genau, träum weiter.
Du hast nur jemanden gefunden der Dich kurzfristig von Deinen ganzen Problemen ablenkt und Du nicht mehr so genau bei Dir selbst gucken musst.

...und am Ende sagen die Nachbarn: ach das waren immer so nette Menschen, ich kann gar nicht verstehen das sie so etwas schreckliches getan haben...

…und am Ende sagen die Nachbarn: ach das waren immer so nette Menschen, ich kann gar nicht verstehen das sie so etwas schreckliches getan haben…

Irgendwann letztes Jahr war irgendwas blöde und ich fing schon an innerlich rumzunörgeln und massiv meine innere Mauer aufzubauen, bis ich plötzlich den Satz im Kopf hatte: „Das “Ich” ist entscheidend, ob das “Wir” funktioniert“, und das ist seitdem zu einem meiner Leitsätze geworden wenn es um Beziehungen geht.

Der Großteil der Menschen ist wirklich abgefuckt und hat auch gar kein Interesse sich wirklich reflektiert mit sich selbst auseinanderzusetzen. Ach ist doch viel zu anstrengend, Hauptsache wir sehen in der Öffentlichkeit gut aus, das reicht doch, und wenn wir uns so langsam auf die Nerven gehen, dann bekommen wir einfach Kinder, denen können wir dann unsere ganzen Spleens, Neurosen und sonstigen psychischen Störungen aufdrücken.

Das perfekte System, um die Menschheit immer und immer wieder, wie ein kleines Aufzieh-Äffchen, gegen die Wand fahren zu lassen.
Es ist ein Greuel und ja, die Biologie ist ein Hurensohn, denn sie hat uns Menschen ganz schön in der Mangel, aber – auch wenn es einem manchmal schwerfällt es zu glauben – das Hirn ist zum denken da, und vielleicht ist es auch langsam an der Zeit es mal einzuschalten!

Janny Schulte

Even though my mom raised me right that rap shit saved my life and sometimes I may look kinda funny but ain´t no fool cause whatever I want to do I make it clever. Still life as a shorty shouldn´t be so rough but I´m leaving the past cause I learned I´m the only motherfucker that can change my life.

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