KOPF UND KRAGEN X SNEAKER ATELIER

Hamburg Ottensen ist ein feines Pflaster.
Da die meisten Möchtegern-Opfer denken, ein Leben macht nur Sinn, wenn man in St.Pauli wohnt, hat man hier relativ seine Ruhe.
An den Wochenenden ist es zwar auch hier auf den Straßen rappelvoll, aber wenigstens pissen und kotzen die Idioten nicht überall hin.
Ottensen ist eher wie ein kleines Dorf, es könnten zwar ein paar Spießer-Agentur-Muttis weniger sein, und die Mieten sind auch eine Frechheit, aber im Großen und Ganzen kann man es hier noch aushalten.

Einer der Lieblingsmomente: Nach einer Runde Me, Myself & the Basketball auf dem Fischerspark-Court im Großmarktblumenladen 40 Tulpen für 8 Euros kaufen.
Nach 4 Jahren ist die Verkäuferin auch endlich freundlich und lässt sich auf nen Schnack ein, alle anderen Kunden werden weiter angeranzt, hihihi.
Das sind irgendwie so New York Momente, es fühlt sich alles High-City-Life mässig an und alles ist locker easy süpernice.
By the way, auch wenn New-York-City sich ziemlich lässig anhört, wer will denn da noch hin? Das mag ja eine kreative und aufregende Stadt sein, aber wenn man hier schon den Großteil seines hart verdienten Geldes für die Miete ausgibt, macht das da drüben bestimmt erst recht keinen Spaß, außer Du erbst im sechsstelligen Bereich, dann sind ja auch keine drei Jobs nötig, um 2500€ Miete für 28qm zu bezahlen, um dem Traum a´la Sex&the City zu leben – allerdings ohne Sex, man muss ja die ganze Zeit arbeiten.

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Nun denn, ein weiterer Ort, der wie geschaffen ist für den Urban-Lifestyle-Traum, ist seit einem Jahr der „KOPF UND KRAGEN“ Store von Homegirl Inga Mundt in der Stangestraße.
Einen Katzensprung vom Mercado entfernt, wartet hier ein kleines Streetwear-Paradies auf die Opinion Leader von Heute.
Bei „KOPF UND KRAGEN“ dreht sich, wie der Name schon vermuten lässt, alles um Accessoires und Apparel in Kopfnähe, da, wo bei den meisten Menschen das Gehirn ist. Das heißt, Caplover werden mehr als durchdrehen und vom Bandana bis zur Fliege ist alles am Start, und den ein oder anderen Sweater, kann man hier auch noch abgreifen.
Original Hamburger Deern Inga Mundt ist alles andere als ein naives Modemädchen das ihren Traum vom eigenen Laden um jeden Preis umsetzen muss, koste es was es wolle. Nein, Madame hat erst mal dem Heimathafen den Rücken gekehrt und sechs Jahre in Köln als Vertriebsshörlie für New Era ihre Brötchen verdient.

Irgendwann war das aber auch genug, und nach eingehender Standortanalyse war klar, Ottensen ist der richtige Platz. Man tritt sonst niemandem auf die Füße, weil man „plötzlich“ auch Caps verkauft und die Ottenser haben genügend Kohle, um sich den Swag auch leisten zu können.
Ihr Sortiment richtet sich zu 90% an Männer, und nach einem Jahr sind über die Hälfte der Käufer zu Stammkunden geworden, die sich mit dem neuesten Stuff von Labels wie New Era, Mitchell&Ness, Brixton, Huf, OPM, Criminal Damage und Mezayah eindecken.

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Seit Ende letzten Jahres hat „KOPF UND KRAGEN“ noch ein weiteres Highlight zu bieten.
„Wir kennen uns schon seit 10 Jahren und sind Nachbarn“ – Homie Dennis Vollstedt erfüllt in seinem „Sneaker Atelier“ die Träume eines jeden Turnschuh-Freaks.
Hier restauriert er runtergelatschte Lieblingstreter bis sie wieder in neuem Glanz erstrahlen. Je nach Wunsch des Kunden sind auch individuelle Tunings, in verschiedensten Farben und Materialien, möglich.
Sein neustes Lieblingsprojekt ist das Customizen vom legendären Nike Roshe 1.
Seitdem er es, nach ewigen Tüfteleien, geschafft hat den Schuh mit diversen Stoffen aufzupimpen, rennen ihm die Leute die Bude ein um ihren ganz eigenen Sneaker zu kreieren.
Das was Dennis Vollstedt hier macht, gibt es in den U.S.A., Mutter aller Streetwear-Trends, schon länger, eine genaue Berufsbezeichnung findet sich allerdings nur schwer. „Sneaker-Restauration- undTuning-Designer“ ist etwas holprig, trifft es aber wohl am ehesten.

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Um mal einen kleinen Einblick in die Arbeit zu bekommen hat Dennis Vollstedt uns die Arbeitsschritte verraten, die nötig sind, um einen Sneaker wieder zum Strahlen zu bringen.

1. Entschnüren
2. Putzen mit Bürste und Lauge
3. Entfetten und Befreiung vom Fabrikfinish (dies geschieht meistens mit Qtips, da ich mit Chemikalien arbeite)
4. Nach kompletter Abtragung der alten Farbe, werden die entsprechenden Stellen abgeklebt
5. Nach dem Abkleben werden die Stellen solange bemalt, bis die Farbe komplett deckend ist
6. Sobald alle Stellen bemalt sind, bekommt der Schuh seinen Finish – glänzend oder matt

Die Leidenschaft für Sneaker überkam Dennis Vollstedt schon früh und als Sammler hat er über 80 Paar Schuhe im Regal stehen.
Im Gegensatz zu den neumodernen Sammlern, denen es nur um den schnellen Instagram-Fame und den Gewinn beim Weiterverkauf geht, lebt hier wirklich die ursprüngliche Liebe zum Schuh und allem was dazugehört.
Der Startschuss zur Sneaker-Tuning Karriere fand bei einem Amerikabesuch vor einigen Jahren statt, als Dennis Vollstedt in Las Vegas auf einen Typen traf, der sich in dem Business selbstständig gemacht hatte und 10 Angestellte beschäftigte.
Seitdem gibt es für ihn kein Halten mehr und in einem arbeitsintensiven und ständigen Prozess verfeinert er sein Handwerk bis zur Perfektion.

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Mit seinem „Sneaker Atelier“ war Dennis Vollstedt der Erste, der diese Kunst in Deutschland an einem festen Standpunkt anbietet.
Im Internet tummeln sich einige Mitbewerber, aber wenn es um so ein spezielles Thema geht, möchte man doch schon gerne mit einer echten Person, vor Ort sprechen, um sicher zu gehen, dass man auch die gleiche Sprache spricht.
Egal welch abgedrehte Idee man auch im Kopf haben mag, hier ist man erst mal an der richtigen Adresse.

Das „Sneaker Atelier“ und „KOPF UND KRAGEN“ ergeben zusammen die perfekte Symbiose, um den Kunden vom Kopf bis zur Sohle stilgerecht einzukleiden.
Das hat dann so viel Swag, da wäre es wahrscheinlich sogar egal, würde man vergessen eine Hose anzuziehen.

 

 

[infobox bg=“redlight“ color=“black“ opacity=“on“ subtitle=“www.facebook.com/kopfundkragenhamburg“]Kopf und Kragen[/infobox]

&

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Janny Schulte

Even though my mom raised me right that rap shit saved my life and sometimes I may look kinda funny but ain´t no fool cause whatever I want to do I make it clever. Still life as a shorty shouldn´t be so rough but I´m leaving the past cause I learned I´m the only motherfucker that can change my life.

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