Porno hier, Porno da – alle gucken Pornos aber kaum eine/r kann richtig ficken.

Wer eine gesunde Einstellung zu seiner Libido hat braucht Sex.
Nicht so dringend wie Essen und Trinken, aber wenn der Sex so richtig gut läuft, dann ist das wie ein Sechser im Lotto.
Wer mal mit einer Person zusammen war, die so ganz anders im Bett tickt als man selber, bzw. denkt, dass das, was in Pornos gezeigt wird, hat etwas mit echtem Sex zu tun, der wird über kurz oder lang wahnsinnig frustrieren und kann sich – im schlimmsten Fall – selbst dabei beobachten, wie er langsam frigide wird.
Ganz schlimm.

Pornos sind schon okay, der eine steht mehr drauf, der andere weniger, das muss jeder mit sich selbst ausmachen, aber es kann nicht sein, das wir in einer Gesellschaft leben, in der es sexuell immer krasser zur Sache geht und Teenies meinen sie müssten Analsex geil finden, aber wenn man dann mal nachfragt, ob sie den Sex auch genießen, gucken sie einen an, als ob Whatsapp abgeschafft wurde.
Not so funny.

Es hat manchmal den Anschein, als ob die meisten Leute gar nicht wissen, was guten Sex eigentlich ausmacht. Ja klar, die Vorlieben sind da ganz verschieden.
Der eine steht drauf in Lack und Leder ausgepeitscht zu werden und der nächste findet Doggy-Style schon pervers und es soll auch Leute geben, die gar keinen Bock auf Sex haben.
Gott, sollen sie doch alle machen was sie wollen, es geht doch aber im Endeffekt immer darum, den Gegenüber richtig wahrzunehmen und nicht darum, eine Performance abzuliefern. Es geht um ein Geben und Nehmen, egal in welcher Stellung, und welchen Fummel man dabei trägt.

Ob im Stehen oder im Liegen, mit gleichgeschlechtlichen Partnern oder gleich eine Orgie - who cares? Befriedigend muss es sein!

Ob im Stehen oder im Liegen, mit gleichgeschlechtlichen Partnern oder gleich eine Orgie – who cares? Befriedigend muss es sein!

Doris Lessing sieht das ähnlich. In dem ersten Teil ihrer Autobiographie „Unter der Haut“ schreibt sie: „Ich bin überzeugt, dass das Liebesleben von neunundneunzig Prozent der Weltbevölkerung aus einem handfesten Raus und Rein besteht, das mit dem Wort „bumsen“ trefflich beschrieben ist, und dass die meisten Menschen damit auch zufrieden sind. Zum einen braucht man für komplizierten Sex eine gewisse Vertrautheit miteinander, und die haben nicht alle. Zum anderen weiß man gar nicht, was einem entgeht, wenn man es nicht kennt.“

Vor allem wir Frauen haben mal wieder die Arschkarte gezogen und bleiben meist die unbefriedigten – und das, obwohl unser Körper von Mutter Natur geradezu konzipiert wurde, Lust zu empfinden.
Die Klitoris beispielsweise dient als einziges menschliches Organ ausschließlich der Lustgewinnung. Eigentlich ganz geil – schade nur, das die meisten Frauen, sowie auch Männer, nicht so richtig was mit ihr anfangen können.

Klar, im Porno ist die Frau immer sofort bereit und kommt auch immer; sie stöhnt sich einen zurecht und die einzige Befriedigung zieht sie daraus, das ihr möglichst viele Riesenschwänze, in möglichst kurzer Zeit reingesteckt werden.
Das Frauen damit suggeriert wird, das sie gefälligst die Klappe zu halten haben, was ihre eigenen Bedürfnisse angeht, und schon von vornherein nur dazu da sind, den Mann zu befriedigen und das, wo Frauen rein vom hormonellen Setting tendenziell eh schon mehr darauf ausgerichtet sind, das es dem anderen gut geht, ist doch echt zum heulen.

Yo Schätzchen! Cruisin´south...

Yo Schätzchen! Cruisin´south…

Wenn die Leute wüssten was Ihnen entgeht.
Es gibt Typen, da fragt man sich, ob sie überhaupt irgend ein Gefühl in ihrem Schwanz haben, so beschissen ist ihre Performance „in between the sheets“.
Aber nicht nur die Männer, auch die meisten Frauen scheinen keinen blassen Schimmer zu haben, was in ihrem Höschen eigentlich für ein Wundergerät steckt. Wenn 6 von 8 Frauen in trauter Mädchenrunde noch nie einen vaginalen Orgasmus hatten, geschweige denn davon gehört haben, dann läuft doch irgendwas schief.
Was ist das nur, das uns zu so verklemmten Muschis gemacht hat, das wir unsere eigene Vagina nicht kennen, geschweige denn einfordern, was sie braucht, um richtig happy und feuchtfröhlich vor sich hin zu brummen?

Vielleicht liegt es daran, das die Geschlechtsorgane der Frauen nicht so „sichtbar“ sind. Klar, man fühlt schon, das da was ist, aber dieses Gefühl ist sehr subtil, sehr versteckt und wartet darauf raus gekitzelt zu werden.
Schönes Wortspiel by the way, und beschreibt das nicht perfekt die weibliche Sexualität?
Im Gegensatz dazu der Mann – sein Penis ist viel präsenter.
Der kleine Junge hat immer was zum spielen, er hat immer etwas woran er sich festhalten kann. Der „beste Freund“ ist immer und überall dabei und man kann fröhlich damit rumdödeln und sich gut dabei fühlen.

Die Vagina dagegen ist immer noch das große Geheimnis. Im Porno wird zwar mit der Kamera immer frontal drauf gehalten, aber was da wirklich passiert, keiner weiß so genau.
Alleine schon die Art, wie man darüber spricht. Ein pubertierender Junge hatte dann halt seinen ersten nächtlichen Samenerguss und fängt an, sich regelmäßig selbst zu befriedigen. Ich habe aber noch nie von Eltern gehört, die meinten: ach stör die Susi jetzt nicht in ihrem Zimmer, die übt gerade squirten.

Nochmal! Nochmal!

Nochmal! Nochmal!

Die meisten Frauen geben sich damit ab, was die Gesellschaft ihnen gerade ebenso zusteht, aber das ist ein Scheißdreck zu dem, was eigentlich möglich ist.
Es ist manchmal befremdlich wenn man Frauen sieht, die in Kurse gehen um ihre eigene Vagina kennen zu lernen, aber so seltsam es auf den ersten Blick erscheint, es ist verdammt wichtig, denn da geht nicht nur einiges, da geht ALLES!

Und an die Männer. Es mag einfach sein, das alte Rein-Raus-Spiel standardmässig durchzuziehen, aber dann beschwert euch auch nicht darüber, das eure Frau jedes zweite Mal Kopfschmerzen hat, anstatt euch gut gelaunt einen zu blasen, bevor sie euch dirty abreitet, bis der Kopf wegfliegt.

Damn it, wir hätten alle soviel mehr davon, wenn wir uns mal vernünftig mit unserer Sexualität auseinandersetzen würden.
Alle anderen dürfen dann so weiter ficken, wie es im Duden steht.
Pornographie: Darstellung geschlechtlicher Vorgänge unter einseitiger Betonung des genitalen Bereichs und unter Ausklammerung der psychischen und partnerschaftlichen Gesichtspunkte der Sexualität

 

Janny Schulte

Even though my mom raised me right that rap shit saved my life and sometimes I may look kinda funny but ain´t no fool cause whatever I want to do I make it clever. Still life as a shorty shouldn´t be so rough but I´m leaving the past cause I learned I´m the only motherfucker that can change my life.

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