The Ultimate Girlz Court – diskutiere nicht mit Egos

The Ultimate Girlz Court oder warum ich es aufgegeben habe mit Egos zu diskutieren, auch mit meinem Eigenen

In einem Andendorf in Peru feiern die Bewohner das Weihnachtsfest mal ganz anders. Ungeklärte Streitigkeiten, ob es nun um Landbesitz oder Eifersucht geht, werden dort traditionell am 25sten Dezember in Faustkämpfen ausgetragen.
Als ich das gelesen habe dachte ich nur: yezzz das wäre doch mal was.

Nimm Dein Ego in den Schwitzkasten und wrestle es in die Knie, es lohnt sich! pic by Detlef Honigstein

Nimm Dein Ego in den Schwitzkasten und wrestle es in die Knie, es lohnt sich!
pic by Detlef Honigstein

Ich bin absolut nicht für Gewalt, aber was mich furchtbar nervt und was ich inzwischen versuche, so gut es geht zu vermeiden, ist mit Egos zu diskutieren.
Menschen die nicht in der Lage sind ihre eigenen Issues, Unzulänglichkeiten, Ängste, etc. klar zu kommunizieren – geschweige denn zu erkennen – werden aus meinem Bekanntenkreis gestrichen.
Das Leben ist auch so schon anstrengend genug, ich kann meine Zeit nicht auch noch damit vergeuden auf Kindergartenniveau zu diskutieren.
Klar, ich bin nicht unfehlbar und habe wie jeder andere auch, ein manchmal verdammt schweres Päckchen zu tragen, aber bitte; man muss doch mittlerweile in der Lage sein sich selbst zu hinterfragen.
Bei vielen Menschen kann ich dann einfach nur noch den Kopf schütteln.
Es geht dann auch nicht wirklich um das zu diskutierende Thema an sich, sondern nur noch darum, wer Recht hat und die meisten, am Ende doch wieder unsinnigen Argumente, auf den Tisch packt.
Eine vernünftige, erwachsene Diskussion sollte doch folgendermaßen laufen; es gibt ein Problem, man setzt sich zusammen, jeder schildert seine Meinung und Gefühle dazu und danach wird gemeinsam an einer Lösung gesucht die für beide Parteien annehmbar ist.
Sollte dies nicht möglich sein muss man sich überlegen ob man nicht getrennte Wege gehen sollte anstatt sich in Endlosdiskussionen zu verlieren, die zu nichts führen.
Jaja, leichter gesagt als getan, in der Theorie hört sich das easy an, die Realität belehrt uns nur all zu oft eines Besseren, aber sollten wir es nicht wenigstens versuchen?

Auch mein eigenes Ego geht mir ziemlich auf die Nerven.
Allzu oft steht es mir im Weg, die Dinge in einen klaren Sachverhalt zu rücken und realistisch zu betrachten.
Ich bin in vielen Dingen ein ziemlich unsicherer Mensch und meine Verlustängste – na holla die Waldfee – die bringen mich und die Menschen die mir nahe stehen öfter an die Grenzen des Belastbaren.
Meine Aufgabe ist es dann mich dem zu stellen.
Wie oft merke ich das mein Kopfkino angeht und meine Emotionen mit mir durchgehen.
Es fühlt sich dann an, als ob ich auf ganz dünnem Eis stehe und ich verzweifelt versuche mich auf den Beinen zu halten.

Dann heißt es erst mal, ganz tief durchatmen!
Es hilft auch eine halbe Stunde ganz laut Slayer zu hören um den Emotionen kurz Raum zu geben, aber danach muss ich mich hinsetzen und meine Gefühle sortieren.
Das ist alles andere als einfach und es hat lange gedauert zu erkennen das hinter meiner Wut oft nur Angst steckt. Geahnt habe ich das wohl schon immer, aber da rein zu fühlen und dann aus der Wut wieder raus zu kommen und in die Angst zurück zu gehen, diese zu betrachten und anzunehmen, das war und ist nicht einfach.
Mittlerweile bekomme ich schon den nächsten Step ganz gut hin.
Erst gar nicht in die Wut kommen, sondern diese kleine aber feine emotionale Übersprungshandlung nicht mehr zu benötigen, sondern mich gleich mit meiner Angst auseinandersetzen.

Das erfordert Training und das erfordert auch das man an seinem Selbstbewusstsein arbeitet.
Je besser ich mich mit mir selber fühle, desto leichter fällt es mir, diese Angst zu zu lassen, denn es bedeutet nicht das Ende der Welt.
Gut, das hätten wir soweit geschafft, nur jetzt wird es richtig lustig, denn da ist ja noch dieser andere Mensch, der bewusst oder unbewusst diese Angst in mir ausgelöst hat.
Und waaas? Dem soll ich jetzt sagen das er etwas gemacht hat das mich verunsichert und verletzt hat und ihm dann womöglich auch noch einen Trumpfkarte zuspielen?

Wenn die emotionen mit einem davongallopieren hilft erst mal nur tief durchatmen und sich auf sich selbst zurück besinnen.

Wenn die Emotionen mit einem davongallopieren hilft erst mal nur tief durchatmen und sich auf sich selbst zurück besinnen.

Ja das sollte man!
So schwer es einem auch fallen mag, denn erst dann ist eine ehrliche und offene Kommunikation möglich.
Für mich hat sich das irgendwann gedreht als ich gelernt habe mit mir selbst einigermaßen zufrieden zu sein.
Ja zufrieden und nicht glücklich!
Ich finde diese ewige Platitüde, von wegen „man muss glücklich sein“ furchtbar.
Meine Güte wir sind Menschen, keine ewig strahlenden Glückshäschen die den ganzen Tag fröhlich auf einer Sommerwiese Eier verstecken spielen. Wir sind nicht immer glücklich, das Leben ist manchmal eine harte Nuss und kann oft ganz schön nervenaufreibend sein.
Es reicht schon, wenn man erst mal zufrieden ist mit sich, mit seinen Handlungen und bereit ist die Konsequenzen aus seinen Entscheidungen zu tragen.
Wenn ich mit mir selbst einigermaßen im Reinen bin habe ich weniger Angst davor verletzt zu werden, denn ich bin nicht mehr abhängig von anderen.
Wenn mir jemand nicht passt, mich seine Aktionen verletzen und ich mich dem ganz klar stelle und das offen kommuniziere habe ich danach immer noch die Freiheit zu entscheiden: möchte ich das, oder möchte ich das nicht.

Wir sind doch alle auf der Suche nach Menschen denen wir uns bedingungslos anvertrauen können und das geht nicht ohne Offenheit und Ehrlichkeit.
Es findet keine Entwicklung statt wenn wir alle nur unser Ego satteln und von da oben das Schwert schwingen und damit alles niedermähen was uns eigentlich das Wertvollste ist.

Jeder Mensch trägt Masken und sie sehen oft auch gut aus, nur wenn man im Leben auf spiritueller und menschlicher Ebene weiterkommen möchte muss man lernen sie auch mal ab zu setzen und sein wahres Gesicht zu zeigen, auch wenn das bedeutet das man dann verletzt werden kann.

Jeder Mensch trägt Masken und sie sehen oft auch gut aus. Nur wenn man im Leben auf spiritueller und menschlicher Ebene weiterkommen möchte muss man lernen sie auch mal ab zu setzen und sein wahres Gesicht zu zeigen. Auch wenn das bedeutet, das man dann verletzt werden kann.

Da wo unsere größten Ängste liegen, liegt auch unser heimlicher größter Wunsch und wenn man diesen Wunsch nicht zulässt wird man auch niemals auf die Menschen treffen die einem dabei helfen können sich positiv zu entwickeln, weil wir nicht offen sind, weder zu uns selbst, noch zu unseren Mitmenschen.

Deswegen umgebe ich mich, soweit es mir möglich ist, nur noch mit Menschen die in der Lage sind auf diesem Level zu kommunizieren.
Mit allen anderen treffe ich mich dann am 25sten Dezember und es gibt schön auf die Fresse.

 

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Janny Schulte

Even though my mom raised me right that rap shit saved my life and sometimes I may look kinda funny but ain´t no fool cause whatever I want to do I make it clever. Still life as a shorty shouldn´t be so rough but I´m leaving the past cause I learned I´m the only motherfucker that can change my life.

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