THE ULTIMATE GIRLZ COURT – THIS MUST BE THE PLACE / HOME SWEET HOME

The Ultimate Girlz Court oder warum ich langsam aber sicher ankomme, in meinem ganz eigenen, „Home Sweet Home“

Ich habe mich ein Leben lang wie ein Zigeunerkind gefühlt.
Irgendwie nirgendwo richtig zu Hause und immer auf der Suche nach etwas Neuem.
Etwas das noch besser ist, das mehr Spaß macht und mich und meine Sehnsucht (nach was auch immer) befriedigt.

Nun, Anfang des Jahres war ich für drei Wochen in Kuba.
Es ist wunderschön dort.
Havanna ist einer der Städte in denen ich mich sofort zu Hause gefühlt habe.
Ähnlich ging es mir in Acapulco, Paris, Brighton oder jetzt auch letztens in Palermo.
Das hat komischerweise nichts mit den Menschen zu tun mit denen ich dort bin.
Es ist die Atmosphäre der jeweiligen Stadt.
Da habe ich nie Angst mich zu verlaufen, bin einfach nur neugierig was es um die nächste Ecke wohl zu entdecken gibt und mache mir so gar keine Sorgen, auch wenn ich kein Wort der jeweiligen Landessprache verstehe.
London dagegen finde ich wiederum furchtbar.
Um Gottes Willen, welcher normale Mensch möchte da denn ernsthaft wohnen?
Nun ja, ist nur meine Meinung, es soll ja auch Leute geben die Düsseldorf gut finden.

Gut, Klein-Janny also in Kuba.
Alles toll mit Delphinen und karibischem Meer und Skateboarding und Kultur und was man da sonst alles noch so machen kann.
Soweit so gut, aber irgendwie hat mich das alles nicht so richtig geflasht.
Ich war ehrlich gesagt froh, als ich wieder zu Hause war.
Am Amsterdamer Flughafen ist es mir besonders aufgefallen, während ich da mit meinem 7€ Starbucks Kaffee sitze und die Leute beobachte: wo zum Geier wollen die alle hin?
Jetzt mal abgesehen von den Geschäftsleuten, die armen Schweine, die den lieben langen Tag in irgendwelchen akklimatisierten, platzangsterzeugenden Schachteln von einem Termin zum nächsten gekarrt werden, was wollen diese ganzen Menschen?

Ich weiß es auch nicht, aber ich für meinen Teil habe langsam realisiert, das es ähnlich wie im Talking Heads Song „This Must Be The Place“, so schön heißt: „Home, is where I want to be but I guess I´m already there…“

Ich hatte das vorher noch nie, und dieses neue Gefühl macht mich ganz doll aufgeregt.
Ähnlich, wie man das aus Astrid Lindgren Kinderbüchern kennt, wenn Weihnachten vor der Tür steht und die Kinder durch das Schlüsselloch versuchen, einen Blick auf den Weihnachtsbaum zu erhaschen.

Ich dachte immer, ich bleibe so eine ewig Getriebene, jemand der ständig auf Achse ist und nie wirklich zur Ruhe kommt.
Ich mochte Hamburg als Stadt schon immer sehr, aber ich habe es immer nur als eine Art Durchreisestation betrachtet, auf meinem Weg zur ultimativen Happiness in: New York, Timbuktu oder, was weiß ich, Feuerland…

Es mag auch teilweise an den Menschen liegen die mich umgeben, aber ich hatte, neben vielen Idioten, die gibt es ja leider überall in Massen, eigentlich immer gute Freunde.
Was viel eher gefehlt hat war eine Basis, ein Grundvertrauen, das ich während meiner Kindheit nie kennengelernt habe und das man sich dann leider erst mal erarbeiten muss.
Wo andere safe sind in ihren Gedanken und Gefühlen, schwimmt man selber wie so ein Entenbaby verloren auf hoher See rum und klammert sich an alles, was da so an einem vorbei treibt, nur um ein wenig Halt unter die kleinen Watschelfüßchen zu bekommen.
Das beschissene ist nur, diese ganzen Dinge helfen nicht, man muss halt richtig schwimmen lernen und dann auch noch fliegen.
Aber das ist halt voll anstrengend; oooch nööööö, hab ich jetzt so gar keinen Bock drauf, da fahr ich doch lieber ganz weit weg, dann wird das schon mit dieser Glückseligkeit.
Oder ich stecke mir Lebensziele in gaaaanz weite Ferne und denke, wenn ich die erreicht habe, dann ist alles gut.
Mhhh neee, das funktioniert auch nicht so richtig.
Die Buddhisten liegen mit ihrem Gedöns alá „Leben im Hier und Jetzt“, glaube ich nicht ganz verkehrt.
Wenn Du heute nicht glücklich bist und Dich die Dinge, die Du tust, nicht zufrieden stellen, werden sie das morgen, an einem anderen Ort, auch nicht tun.

Es bleibt ja jedem selbst überlassen wie er das individuell für sich regelt.
Ich habe nur festgestellt, das ich mein Leben um einiges spannender finde, als ich es jemals getan habe, dabei tue ich, zumindest von einem Lifestyle Standpunkt aus betrachtet, viel weniger coole Dinge als vorher.

Was interessiert mich Brooklyn wenn ich in Wilhelmsburg die derbste Ghettobeach aller Zeiten habe?
Wer weiß, vielleicht werde ich hier alt und runzlig, vielleicht leben ich und mein zukünftiges Mini-Teacup-Pig aber auch in einer Hütte auf Jamaika.
Wer weiß schon was die Zukunft bringt.

Ich habe auf jeden Fall weniger Angst davor, denn ich weiß neuerdings zum Glück, das die wahre Heimat immer in mir selbst liegt.

Janny Schulte

Even though my mom raised me right that rap shit saved my life and sometimes I may look kinda funny but ain´t no fool cause whatever I want to do I make it clever. Still life as a shorty shouldn´t be so rough but I´m leaving the past cause I learned I´m the only motherfucker that can change my life.

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