THE UNICORN BALL – SUPERLATIVE VOGUING IN HAMBURG

Uiuiuiuiui – Vorfreude und Verzweiflungstränen, hysterisches Gekicher und posen vor dem Spiegel – man sieht die Vorbereitungen auf Hamburgs ersten Vogue-Ball laufen im Superlative Headquarter auf vollen Touren.

Nein, wir können nicht tanzen, zumindest nicht professionell und vor Publikum schon mal gar nicht, nichts desto trotz ist The Unicorn Ball einer der Events, auf die wir uns schon ganz lange, ganz doll freuen.

Voguing, das ist das, was Uschi-Daschi respektive das uninformierte Fußvolk aus dem “Vogue” Video von Mama-Mumie Madonna kennt.

Entstanden ist diese Tanzform in den sechziger und siebziger Jahren in der Schwulenszene New Yorks. Grundlage ist das Schreiten auf dem Catwalk und das posieren, das einerseits strengen Regeln unterliegt, das aber jeder Tänzer für sich und seine ganz persönliche Ausdrucksform adaptiert.

strike a pose - voguing is so damn sexy

strike a pose – voguing is so damn sexy

Heraus kommt eine bunte Mischung schräger Paradiesvögel, die sich in Tanzgruppen aka Houses batteln. Und wie Archie Burnett, eine Koryphäe des Voguing, sagt: “Vogue ist ein bisschen oberflächlich, weil man nach seinem äußeren Auftreten beurteilt wird. Wenn du aber sonst nichts hast, keine Arbeit, kein Geld, und du der Gesellschaft nichts bedeutest – you fake it to make it.“ – Voguing ist Spaß, kann aber auch ganz schön ernst werden, wenn es erst mal darum geht, ein Tanzbattle zu gewinnen.

Voguing ist Ende der 90er Jahre fast in der Versenkung verschwunden, feiert aber momentan glücklicherweise ein riesiges Comeback.

Das Hamburg mit The Unicorn Ball jetzt seinen ersten eigenen Vogue-Ball bekommt haben wir Menschen zu verdanken, die unermüdlich dafür kämpfen, die Hamburger Kulturlandschaft bunter und vielfältiger zu gestalten.  Da ist einmal das House of Lazer, eine Voguing Tanzcrew die von Maike Mohr gegründet wurde.  Mittlerweile gibt es neun Lazers – klein, groß, schwarz, weiß, schwul hetero, aus Hamburg, Hannover und Berlin. Dann ist da noch Danny Banany, der Tausendsassa ist Performancekünstler, veranstaltet unter anderem das Karaoke Event “Kick Ass Queereoké” und widmet sich in seinen Projekten der Queerkultur und dem Tanz.

einige Mitglieder des House of Lazer aus Hamburg

einige Mitglieder des House of Lazer aus Hamburg

Einen Vogue-Ball zu organisieren ist kein Pappenstiel. Es geht ja nicht darum, im Kampnagel einen Catwalk aufzubauen, sich lustige Klamotten anzuziehen und ein bisschen Disco und House laufen zu lassen und der Rest kommt dann von ganz alleine, nein, hier wird ein Vogue-Ball der Extraklasse geboten.

Zuerst einmal die Musik.

Nein, Dein Vater darf nicht auflegen, auch wenn er eine ganz tolle Plattensammlung hat, das wird Profis überlassen. In diesem Fall niemand Geringeren als Danny Wang. In seiner Heimatstadt Chicago verschrieb er sich Anfang der 90er Jahre ganz dem House und bespielte vor seinem Umzug nach Berlin die Disco-House Szene in New York. Ob Frankie, Knuckles, Diana Ross oder Masters at Work, hier wird getanzt bis der Schweiß fließt.

Dann kommen als nächstes die Judges.

Natürlich braucht man beim Voguing eine Jury, man stelle sich vor, die Battles würden ohne einen Zeremonienmeister durchgeführt der das letzte Wort hat -Voguing lebt vom Battle, vom Herausfordern, vom “Shade” wie man so schön sagt – oha da würden nicht nur die unechten Haarteile durch die Luft segeln. The Unicorn Ball trumpft mit drei Judges der Extraklasse auf: Lasseindra Ninja, Georgina Leo Melody und Didine van der Platenvlotbrug. Da sollten sich die Tänzer schon was einfallen lassen, um diese Profis von den Stühlen zu reißen.

Neben den ganzen Tanzbattles, gibt es noch Showeinlagen vom House of Lazer und musikalische Darbietungen von ENZO. und Frau Malonda.

Georgina Leo Melody ist Judge bei The Unicorn Ball und gibt zusätzlich Workshops pic by Homardpayette

Georgina Leo Melody ist Judge bei The Unicorn Ball und gibt zusätzlich Workshops pic by Homardpayette

Das meine Lieben war aber noch lange nicht alles. Wer jetzt total angefixt ist und es nicht erwarten kann auf die Bühne zu hüpfen um seinen Exhibitionismus zu fröhnen, aber keinen Plan von Voguing hat, dem seien die Workshops am 3. und 4. Oktober an´s Herz gelegt. Dort zeigen die Mitglieder des House of Lazer, Lasseindra Ninja und Gergina Leo Melody was alles zum Voguing dazu gehört. Die insgesamt sieben Einheiten gibt es zusammen für insgesamt 65€, und das ist ein wirklich unschlagbarer Preis.

Last but not least: Wie man sehen kann, das ist eine Menge Arbeit und da dies alles ohne Sponsoring von Red Bull oder anderen üblichen Verdächtigen auskommt, seid ihr jetzt gefragt, die Unicorn-Posse beim Nordstarter Crowdfunding zu unterstützen. Ob 1€ oder 250€, jedes bisschen hilft und wer über die beschissene Clubkultur Hamburgs jammern kann, aber sich jeden Monat zwei Paar Nikes kauft, kann auch mal für etwas wirklich sinnvolles Geld ausgeben.

Unicornify yourself for Hamburgs first Vogue-Ball

Unicornify yourself for Hamburgs first Vogue-Ball

Haben wir irgendwas vergessen?

Ooohhh ja Scheiiiiiiße ich weiß noch gar nicht was ich anziehen soll, das Motto ist ja soweit ich das verstanden habe “unicornify yourself” das heißt ich darf mich in eine Zauberwesen mit ganz viel Glitzer drauf verwandeln, das da herkommt, wo auch die Einhörner herkommen – also irgendwas mit pink vielleicht?

Nun ja, ich muss los, Outfit shoppen, wir sehen uns dann am 4.Oktober beim The Unicorn Ball im Kampnagel.

 

Janny Schulte

Even though my mom raised me right that rap shit saved my life and sometimes I may look kinda funny but ain´t no fool cause whatever I want to do I make it clever. Still life as a shorty shouldn´t be so rough but I´m leaving the past cause I learned I´m the only motherfucker that can change my life.

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